Der Einbruch

Zitternd vor Angst, überlegte er sich krampfhaft, wie er sein kurzes Mäuseleben, aus dieser verflixten Situation retten könnte. Diese schrille Sirene von Menschenfrau, tat ja gerade so, als wäre er ein Monster. Dabei genügte ein einziger Hieb von ihr, um ihn zu töten und nicht, wie sie den Anschein vermittelte, umgekehrt. Ihm blieb keine andere Möglichkeit, als die Flucht nach vorne anzutreten. Waghalsig, rannte er, so schnell ihn seine kleinen Füße tragen konnten, aus seinem Versteck hervor, schlüpfte den Überraschungsmoment nutzend, durch die Beine, der nicht enden wollenden Heulboje, und hastete den Weg über die Treppen zurück nach oben, als wäre ihm eine tollwütige Katzenmeute auf den Fersen. Dabei huschte er an der ihm entgegen wankenden, noch schlaftrunkenen Kreissäge vorüber, schnurstracks Richtung Balkon. In rasendem Tempo, wesentlich schneller als beim Aufstieg, gelangte er völlig außer Atem, über das Abflussrohr rutschend in den Garten, wo ihn bereits seine Freunde, mit schreckgeweiteten Augen erwarteten. Sie konnten sich durch den höllischen Lärm bereits ausmalen, dass diese Nacht nicht gerade von Erfolg gekrönt war. Hungrig und ohne jeden Brotkrümel, suchten sie schleunigst ihr heimisches Nest auf. Aber immerhin in der sicheren Gewissheit, mit dem Schrecken davongekommen zu sein. Morgen Nacht, würden sie es erneut an einem anderen Ort versuchen. Welche Alternative, blieb armen Mäusen wie ihnen sonst, als auf der Suche nach etwas Essbarem, täglich aufs Neue ihr Leben zu riskieren?

~ ENDE ~